Stellungnahme zur Schließung des Parsberger Krankenhauses

Jetzt ist es soweit: Das Krankenhaus Parsberg schließt zum 31.01.2020.
Nach einem dreiviertel Jahr, in dem es viele Ankündigungen und Versprechungen gab, entpuppen sich viele davon als Luftnummern. Die Entscheidungen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass das Krankenhaus in Parsberg keine Chance mehr hatte. Als die Akutgeriatrie von Parsberg nach Neumarkt verlegt wurde, erklärte der damalige Stadtrat Erwin Jung: „Das ist das Ende des Parsberger Krankenhauses!“ Entgegen der teils massiven Angriffe aus anderen Fraktionen hat er leider Recht behalten.
Parsberg und die gesamte Region verlieren dadurch einen wichtigen Eckpfeiler seiner Gesundheitsversorgung. Die Verantwortlichen im Landkreis haben die Konsequenzen und Reaktionen auf die Ankündigung der Schließung vollkommen unterschätzt. Es darf nicht verwundern, dass Angestellte in einer gefragten Branche sich in dieser Situation nach neuen Arbeitgebern umsehen, zumal das Leistungsspektrum in den vergangenen Monaten immer weiter abgesenkt wurde.
Es wäre Aufgabe der Führung des Landkreises gewesen, Alternativen für die abgezogenen Betten zu finden. Stattdessen hat man dem schleichenden Verfall in Parsberg tatenlos zugesehen und sogar die vermeintliche Rettung durch die Einrichtung einer psychosomatischen Abteilung durch den Bezirk Oberpfalz gleich in das neue Ärztehaus eingeplant. Dem Verwaltungsrat blieb am Ende fast keine andere Möglichkeit als in der herbeigeführten Situation für die Schließung zu stimmen.
Es wäre aber Aufgabe der Führungen der Kliniken und des Landkreises gewesen, es gar nicht erst zu dieser Situation kommen zu lassen. Stattdessen hat man auf kurzem Weg das Parsberger Krankenhaus sterben lassen. Die Art und Weise und die Geschwindigkeit, mit der diese Entscheidung getroffen wurde, ist auch ein Schlag ins Gesicht jener Mitarbeiter, die bisher treu zum Krankenhaus Parsberg gestanden haben.
Der Landkreis ist jetzt verpflichtet, für diese Angestellten eine sozial verträgliche Lösungen zu finden und ihnen entsprechende Angebote hinsichtlich ihres künftigen Einsatzgebietes und Arbeitszeiten zu unterbreiten.
Christian Sinzinger

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